Anästhesie
Auf dieser Seite erfahren Sie, wie eine Anästhesie in der Klinik Seeschau vorbereitet, durchgeführt und begleitet wird. Wir möchten Ihnen damit den Ablauf vor und nach der Operation transparent machen und Ihnen helfen, sich gut auf den Eingriff vorzubereiten.
Allfällige Fragen können Sie beim persönlichen Gespräch mit Ihrer Anästhesieärztin oder Ihrem Anästhesiearzt besprechen.
Für allgemeine Auskünfte oder Terminvereinbarungen steht Ihnen das Stationssekretariat gerne zur Verfügung: Telefon 071 677 53 53.
Wichtiges zur Anästhesie
Vorbereitung auf die Anästhesie
Vor einer geplanten Operation führen Sie ein Vorbereitungsgespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt der Anästhesieabteilung. Dieses sogenannte Prämedikationsgespräch findet in der Regel einige Tage vor dem Eingriff statt. Einen Termin können Sie über das Stationssekretariat vereinbaren. In besonderen Fällen kann das Gespräch auch telefonisch erfolgen. Die Entscheidung hierzu trifft der Anästhesist.
Als Grundlage dient der Patientenfragebogen, den Sie vorab per Post erhalten. Bitte bringen Sie diesen ausgefüllt zum Gespräch mit. Ihr Hausarzt stellt uns ergänzende Informationen und, falls nötig, aktuelle Blutwerte zur Verfügung. Er weiss, welche Untersuchungen erforderlich sind.
Im Gespräch erfassen wir Ihren Gesundheitszustand, erklären die möglichen Anästhesieverfahren und beantworten Ihre Fragen. Bei ambulanten Eingriffen oder bei einem Eintritt am Operationstag erfahren Sie Ihre genaue Eintrittszeit am Vortag ab 15.00 Uhr telefonisch im Sekretariat (071 677 53 53).
Am Operationstag
Am Operationstag werden Sie im Bett in die Operationsabteilung gebracht. Auf Wunsch erhalten Sie vorab auf der Station ein beruhigendes Medikament. Im OP-Trakt werden Sie vom Anästhesieteam und dem Operationsteam in Empfang genommen – sie betreuen Sie während des gesamten Eingriffs.
Vor der Narkose werden EKG, Blutdruck und Sauerstoffsättigung kontinuierlich überwacht. Zusätzlich wird eine Infusion am Arm gelegt. Der weitere Ablauf hängt von der gewählten Anästhesiemethode ab.
Bitte beachten Sie die Nüchternheitsregeln: Bis zur Operation dürfen Sie Wasser, Tee oder schwarzen Kaffee trinken – Tee und Kaffee dürfen gerne Zucker, im Bedarfsfall jedoch nur wenig Milch oder Rahm enthalten. Bitte vermeiden Sie fruchtfleischhaltige Fruchtsäfte, klare Säfte sind hingegen erlaubt. Sechs Stunden vor der Operation dürfen Sie nichts mehr essen, um Komplikationen während der Narkose zu vermeiden.
Wichtige Verhaltensregeln auf einen Blick
Für Ihre Sicherheit während der Operation bitten wir Sie, folgende Hinweise zu beachten. Diese gelten bei allen Eingriffen – ambulant oder stationär, unter Allgemein- oder Regionalanästhesie.
Essen und Trinken
- Essen Sie am Abend vor der Operation wie gewohnt.
- Bis sechs Stunden vor der Operation ist eine leichte Mahlzeit erlaubt.
- Bis zur Operation dürfen Sie schluckweise Wasser, Tee oder schwarzen Kaffee trinken – mit oder ohne Zucker.
- Milch oder Rahm in geringer Menge sowie klare Fruchtsäfte können bis 2 Stunden vor der Operation eingenommen werden.
Schmuck und Prothesen
- Bitte lassen Sie Schmuckstücke wie Ohrringe, Ringe oder Piercings zu Hause oder auf der Station.
- Zahnprothesen müssen nur bei einer geplanten Vollnarkose entfernt werden.
- Künstliche Fingernägel oder Nagellack müssen nicht entfernt werden.
Medikamente am Operationstag
Grundsätzlich dürfen Sie Ihre gewohnten Medikamente auch am Operationstag einnehmen – ausser es wurde im Vorbereitungsgespräch ausdrücklich etwas anderes vereinbart.
Bei Diabetes mellitus gelten spezielle Hinweise zur Medikation. Diese werden individuell mit Ihrer Anästhesieärztin oder Ihrem Anästhesiearzt besprochen. Einige Präparate müssen gegebenenfalls pausiert werden.
Wenn Sie Herzerkrankungen haben, sollen Sie Aspirin cardio wie gewohnt weiter einnehmen.
Bitte bringen Sie für Ihren Aufenthalt eine aktuelle Medikamentenliste sowie – wenn möglich – Ihre eigenen Medikamente mit. Das hilft uns, Ihre Therapie optimal fortzuführen.
Viele Patientinnen und Patienten nehmen heute blutverdünnende Medikamente ein. Ob und wann diese vor der Operation abgesetzt werden müssen, wird individuell mit Ihrem Hausarzt, Operateur oder Anästhesisten abgestimmt. Es gelten bestimmte Zeitintervalle zwischen der letzten Einnahme und der Operation, die im Gespräch genau festgelegt werden.
|
Medikament |
letzte Einnahme vor Operation |
|---|---|
| Xarelto® 10mg | 24 Std. |
| Xarelto® 15 oder 20mg | 48 – 72 Std. |
| Eliquis® 2.5mg | 2x täglich 36 Std. |
| Eliquis® 5mg | 2x täglich 48 Std. |
| Pradaxa® | 36-72 Std. |
| Lixiana® | 48-72 Std. |
| Marcoumar® | 6-8 Tage vor der Operation stoppen |
| Clexane/Fragmin (Blutverdünnungsspritze unter die Haut) | 36 Std. |
| Plavix/Clopidogrel | 7 Tage |
| Efient/Prasugrel | 10 Tage |
| Brilique/Ticagrelor |
5 Tage |
Nach der Operation
Nach dem Eingriff werden Sie in den Aufwachraum verlegt, wo Puls, Blutdruck und Atmung sorgfältig überwacht werden. Dort bleiben Sie, bis Sie wieder vollständig wach und stabil sind.
Wann Sie wieder trinken oder essen dürfen, hängt von der Art der Operation ab und wird individuell mit dem Operationsteam festgelegt. Unser Ziel ist, dass Sie möglichst bald wieder normal essen und trinken können.
Wenn bei Ihnen eine Kombinationsanästhesie mit einem Periduralkatheter oder einer peripheren Nervenblockade durchgeführt wurde, werden Sie täglich vom Schmerzdienst betreut. Dieser kümmert sich um die Dosierung der Schmerzmedikamente, das Nachfüllen der Pumpen und entfernt den Katheter, sobald er nicht mehr benötigt wird.
Nach ambulanten Eingriffen werden Sie in die Tagesklinik verlegt. Dort bleiben Sie rund drei Stunden zur Beobachtung, bevor Sie nach Hause entlassen werden.
Bitte beachten Sie: Nach einer Narkose – auch nach einer Teilnarkose – dürfen Sie kein Fahrzeug führen. Organisieren Sie deshalb im Voraus, dass Sie nach einem ambulanten Eingriff abgeholt und begleitet werden.
Anästhesie bei Kindern
Unser Anästhesieteam verfügt über langjährige Erfahrung in der Kinderanästhesie. Ziel ist es, unseren kleinen Patient:innen Angst und Schmerzen vor, während und nach der Operation so weit wie möglich zu ersparen.
- Vor der Operation: Wir empfehlen, Ihr Kind altersgerecht über den Eingriff zu informieren. Beim Vorbereitungsgespräch in unserer Anästhesiesprechstunde besprechen wir den Gesundheitszustand, die geplante Narkoseform und beantworten Ihre Fragen.
- Am Operationstag: Kinder müssen – wie Erwachsene – für eine Operation nüchtern sein. Zur Beruhigung erhalten sie vor dem Eingriff einen kindgerechten Sirup oder ein Zäpfchen. Meist wird die Narkose über eine Atemmaske eingeleitet, sodass die Infusion erst nach dem Einschlafen gelegt werden muss. Während der Operation überwacht das Anästhesieteam alle wichtigen Körperfunktionen. Gegen Ende der Narkose wachen die Kinder sanft wieder auf und bleiben noch eine Zeit lang unter Aufsicht.
- Nach der Operation: In der Regel können Kinder bald wieder essen, trinken oder gestillt werden. Viele Eingriffe werden ambulant durchgeführt. Ihr Kind bleibt nach der Operation noch einige Stunden zur Beobachtung im Spital und wird erst entlassen, wenn es wach, schmerzfrei und wohlauf ist. Sollten zu Hause Fragen oder Probleme auftreten, erreichen Sie uns jederzeit telefonisch.
Die unterschiedlichen Anästhesiemethoden
Allgemeinanästhesie (Vollnarkose)
Bei der Allgemeinanästhesie schlafen Sie tief und spüren keine Schmerzen. Über eine Infusion wird das Narkosemittel verabreicht, die Atmung wird über eine Maske oder einen Schlauch unterstützt. Während der ganzen Narkose werden Herz, Kreislauf und Sauerstoffgehalt laufend überwacht. Die heutigen Medikamente sind sehr gut steuerbar, Sie wachen kurz nach Operationsende wieder selbständig auf.
Regionalanästhesie
Hier wird nur eine bestimmte Körperregion betäubt – zum Beispiel Arm, Bein oder Unterkörper. Sie bleiben wach, verspüren aber keine Schmerzen. Die Methode eignet sich besonders für orthopädische oder urologische Eingriffe und kann mit einer leichten Sedation (Beruhigung) kombiniert werden.
Periphere Nervenblockaden
Diese Form der Regionalanästhesie betäubt gezielt einzelne Nerven, meist an Armen oder Beinen. Das Betäubungsmittel wird mithilfe von Ultraschall präzise injiziert. Auf Wunsch kann während der Operation ein leichtes Schlafmittel gegeben werden. Bei Bedarf kann über einen dünnen Katheter auch nach der Operation weiterhin Schmerzmittel zugeführt werden.
Rückenmarksnahe Regionalanästhesien
Hierzu gehören Spinal- und Periduralanästhesie (Epiduralanästhesie). Beide blockieren die Schmerzleitung aus dem Unterkörper.
- Spinalanästhesie: eignet sich für Eingriffe an Beinen, Hüfte oder Unterbauch. Das Lokalanästhetikum wird einmalig in den Rückenmarkskanal injiziert.
- Periduralanästhesie: wird oft zusätzlich zur Vollnarkose eingesetzt, zum Beispiel bei grossen Bauchoperationen. Über einen feinen Katheter kann das Schmerzmittel auch nach der Operation weiter verabreicht werden.
Kombinierte Verfahren
Häufig werden Vollnarkose und Regionalanästhesie kombiniert, etwa bei grossen Eingriffen am Bauch oder an den Gelenken. So kann die Schmerztherapie während und nach der Operation optimal abgestimmt werden. Ob ein kombiniertes Verfahren für Sie geeignet ist, wird im Vorbereitungsgespräch mit Ihrer Anästhesieärztin oder Ihrem Anästhesiearzt besprochen.
Ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte
Fachbereich Anästhesiologie
-
Dr. med. Putzke Matthias
Leiter Fachbereich Anästhesiologie
Funktion -
dipl. Arzt Marschke Tilo
Stv. Leiter Fachbereich Anästhesiologie
Funktion -
dipl. Ärztin Dermentli Alina
Fachärztin Anästhesie
Funktion -
Dr. med. Moeckel Johannes Behrend
Facharzt Anästhesie
Funktion